Mit diesem EM 2012 Kader gehts ins Trainingslager

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EM Kader nominiert
Foto: Uwe Hermann, Flickr CC BY-SA 2.0

Bald ist es soweit und der EM 2012 Kader der deutschen Nationalelf will endlich wieder einen großen Titel gewinnen. Immerhin liegt der letzte Erfolg schon 16 Jahre zurück. 1996 holte Deutschland den Europameistertitel in England.

Zwar spielte das deutsche Team bei den letzten Europa- und Weltmeisterschaften jeweils eine Favoritenrolle, doch reichte es immer nur für Platz 2 (EM 2008) oder Platz 3 (WM 2006, WM 2010). Jetzt soll wieder ein Titel her. Das geht allein schon aus dem grünen Deutschlandtrikot hervor, in dessen Kragen die Worte: „1972 – Der Beginn einer Erfolgsgeschichte; 2012 – Ein neues Kapitel wartet darauf geschrieben zu werden“ aufgeflockt sind.

Mit der Nominierung des erweiterten Kaders hat Bundestrainer Joachim Löw nun den ersten Schritt getan. 27 Nationalspieler dürfen darauf hoffen mit zur Euro 2012 zu fahren, die in wenigen Wochen in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) stattfindet.

Allzu große Überraschungen gibt es unter den 27 Namen nicht. So haben sich die meisten der nominierten Spieler bereits durch ihre Auftritte in der triumphalen EM-Qualfikation für die Endrunde des Turniers empfohlen. Doch gibt es auch zwei Namen, die bisher nicht auf Jogis Zettel standen: Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen und Schalkes Mittelfeldakteuer Julian Draxler wurden als A-Nationalmannschafts-Neulinge in den erweiterten Kader berufen und dürfen sich somit Hoffnungen machen, zu ihrem ersten großen Turnier zu fahren.

Löw begründete die Nominierung der Neulinge mit dem großen Talent der Spieler: „Julian Draxler hat enorm viel Potenzial. Seine Stärken liegen im 1:1 und in seiner Schnelligkeit. Er wird mit der Nominierung einen weiteren Schub bekommen. Wir halten ihn fußballerisch für enorm entwicklungsfähig“. Und ter Stegen überzeuge „durch seine sehr gute Ausstrahlung“ und seine „großartigen Leistungen“, die er schon in seinen jungen Jahren zeige.

Enttäuscht dagegen dürfte Leverkusens Simon Rolfes sein, der genauso wie Dennis Aogo vom HSV und Christian Träsch vom VfL Wolfsburg bei der Nominierung nicht berücksichtigt wurde. Anders als der Dortmunder Ilkay Gündogan, der wieder in den Kader berufen wurde, nachdem er bereits im Oktober beim Qualifikationsspiel gegen Belgien mit von der Partie war.

Streiten kann man sich selbstverständlich über die Nominierung von Cacau (VfB Stuttgart), der Patrick Helmes (VfL Wolfsburg) und Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) vorgezogen wurde. Löw sagte zu diesem Thema, dass Helmes eher ein Konterspieler sei: „Wir gehen davon aus, dass wir auf Mannschaften treffen, die tief stehen. Auf engem Raum hat Cacau seine Stärken, er hat als Joker immer überzeugt.“

Per Mertesacker, der sich im Februar an seinem Knöchel verletzte, kann allen Unkenrufen zum Trotz nun doch direkt mit ins EM 2012-Training einsteigen. Das gleiche gilt für Miro Klose und der Bundestrainer geht davon aus, dass beide Spieler nach ihren Verletzungen „rechtzeitig zur Euro in der nötigen Form sind“.

Bis zum 29. Mai muss sich Joachim Löw für den finalen EM-Kader, bestehend aus 23 Spielern, entscheiden. Für vier Nationalspieler wird der Traum von der EM 2012-Teinahme also wieder platzen, bevor er richtig angefangen hat. Sollte es zu keinen großen Verletzungen in den Trainingseinheiten kommen, kann man davon ausgehen, dass die Neulinge den Kader wieder verlassen müssen und Löw mit den alteingesessenen Stammkräften nach Osteuropa reist.

Für die Truppe geht es am Freitag zum Regenerationstraining nach Sardinien. Abgesehen von den Spielern des FC Bayern und Dortmund, die am Samstag beim Pokalfinale in Berlin auflaufen sowie Mesut Özil, Sami Khedira und Miroslav Klose, die noch bei ihren Vereinen in Verpflichtung stehen, haben die Nationalspieler dort die Möglichkeit, sich in entspannter Atmosphäre und bei leichten Trainingseinheiten von den Strapazen der Ligaspiele zu erholen, bevor es am 18. Mai weiter nach Südfrankreich geht, wo sich das Team dann intensiv auf die EM-Endrunde vorbereitet. Bevor die Nationalelf Anfang Juni nach Polen ins EM-Quartier fliegt, stehen noch zwei Testspiele gegen die Schweiz (26. Mai in Basel) und gegen Israel (31. Mai in Leipzig – Tickets) auf dem Plan.

Am 9. Juni steht dann das erste Gruppenspiel an (siehe EM 2012 Spielplan). Hier wartet mit Portugal gleich ein dicker Brocken auf unser Team, der große Ambitionen haben dürfte, sich für die Niederlagen bei der EM 2008 und WM 2010 zu revanchieren. Deutschland muss hier alles geben, um zu gewinnen, sonst könnte es beim zweiten Vorrundenspiel gegen die Vizeweltmeister aus den Niederlanden am 13. Juni schon sehr sehr eng werden. Auch der Gegner aus Dänemark im dritten Spiel sollte nicht unterschätzt werden.

Die nominierten Spieler im Überblick

Tor: Manuel Neuer, Tim Wiese, Marc-André ter Stegen, Ron-Robert Zieler

Abwehr: Holger Badstuber, Jérôme Boateng, Philipp Lahm, Per Mertesacker, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Marcel Schmelzer

Mittelfeld: Mesut Özil, Sami Khedira, Toni Kroos, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger, Marco Reus, Mario Götze, Ilkay Gündogan, Sven Bender, Lars Bender, André Schürrle, Julian Draxler, Lukas Podolski

Sturm: Cacau, Mario Gomez, Miroslav Klose

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