WM 2014 Qualifikation: Philipp Lahm feiert sein 100. Länderspiel

Heute Abend absolviert Philipp Lahm im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich sein 100. Länderspiel. Zwar hat es bisher nicht zu einem Titel gereicht, doch will er diesen unbedingt noch holen. Vielleicht ja schon bei der WM 2014 in Brasilien?!

Für den 29-Jährigen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft wird das heute ein ganz besonderer Abend. Nicht nur, dass er heute zum 100. Mal für Deutschland auf dem Platz stehen wird, das Qualifikationsspiel findet auch noch in seiner Heimatstadt und Wirkungsstätte München statt, wo zig-tausende von begeisterten Fans ihm und seinen Mitspielern heute mit einer riesigen Choreografie einen ganz besonderen Empfang bescheren werden. Übrigens wird am heutigen Abend auch Michael Ballack für seine Verdienste für den Deutschen Fußball geehrt. Letzterer hat übrigens „nur“ 98 Länderspiele auf seinem Konto. Es wird also ein emotionaler Abend an dessen Ende hoffentlich drei Punkte mehr für Deutschland in der WM-Qualifikationstabelle stehen.

Lahm ist der nette Schwiegersohn, der etwas langweilige, immer diplomatische Streber, auf den – ob nun als linker oder rechter Außenverteidiger – stets Verlass ist. Er ist intelligent, zielstrebig, vielseitig und ruft sowohl bei den Bayern wie auch bei der Nationalelf konstant gute Leistungen ab. Kleinere Fehler? Klar, die macht auch ein Lahm, aber gravierende Ausfälle gab es bei ihm nie. Und so verwundert es nicht, dass Bundestrainer Joachim Löw ihm sein bedingungsloses Vertrauen schenkt und ihm im Sommer 2010 zum Kapitän ernannte, nachdem Ballack aufgrund einer Verletzung ausfiel und nicht mit zur WM 2010 nach Südafrika reisen konnte. Lahm blieb Kapitän, Ballack fand nie wieder zurück ins Team, es entbrannte ein heftiger Streit zwischen Löw und Lahm auf der einen und Ballack auf der anderen Seite. Der Rest ist Geschichte, ein Buch, das heute mit der offiziellen Verabschiedung des einstigen Capitanos geschlossen werden soll.

Lahm lebt das Konzept von Löw. Er ist sein Musterschüler, sein erster Ansprechpartner unter den Nationalspielern. Und genau deshalb hat er auch nicht nur Freunde unter den DFB-Fans. Nachdem es seit Löws Mitwirken bei der Nationalelf bei großen Turnieren immer nur für zweite oder dritte Plätze reichte und man vier Mal kurz vor dem verheißungsvollen Titelgewinn scheiterte, wünschen sich viele einen Neuanfang mit einem anderen Trainer. Ob Philipp Lahm dann weiterhin solch ein bedingungsloses Vertrauen auf dem Platz ausgesprochen würde, ist zumindest ungewiss.

Einfachste Lösung deshalb: Lasst uns endlich den WM-Pokal in Brasilien holen. Denn falls wir abermals scheitern, wäre ein Rücktritt Löws kaum noch abzuwenden. Und wenn wir tatsächlich gewinnen, wäre Löw und seine eingeschworene Mannschaft am Ziel ihrer Träume. Und man soll ja schließlich gehen, wenn es am schönsten ist…

Bild: Steindy (CC BY-SA 3.0)

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